Wildkamera mit GPRS / GSM

Ist eine Wildkamera mit dem Zusatz GSM oder GPRS versehen, lässt sich darauf schlussfolgern, dass diese Wildkameras ihre Aufnahmen direkt per e-Mail oder MMS an Deinen Computer oder Dein Handy versenden können. Da dies mittels einer SIM-Karte über das Mobilfunknetz geschieht, ist es gerade für Jäger sehr interessant, welche dadurch ihr Revier standortunabhängig und zu jeder Zeit im Blick haben können. Dementsprechend ist es auch für diejenigen von großer Bedeutung, welche beispielsweise ein anliegendes Waldstück beobachten möchten oder einen vom Wohnsitz entfernten Garten besitzen. Somit muss nicht mehr an der Wildkamera selbst die Aufnahmen, der Batteriestatus oder die Positionierung überprüft werden, sondern kann bequem von zu Hause oder unterwegs geschehen.

Vorteile

Aufnahmen, Positionierung und Batteriestatus zu jeder Zeit und ortsunabhängig einsehbar
je nach Mobilfunkabdeckung nahezu überall anwendbar
Versand bequem per MMS oder e-Mail an Handy bzw. PC

Nachteile

Wildkameras mit GSM / GPRS sind in der Regel preisintensiver
anfallende Kosten für den Versand der Aufnahmen (Mobilfunkkosten)

Was bedeutet GPRS bzw. GSM?

GSM:

Die Abkürzung GSM steht für „Global System for Mobile Communication“, welches wörtlich übersetzt ein weltweites System für die mobile Kommunikation darstellt. Es ist ein Standard für Mobilfunknetze, welcher in etwa 200 Ländern eingesetzt wird. Vorrangig wird es für die Telefonie genutzt, dennoch kann es auch für die Übertragung Daten und Kurzmitteilungen verwendet werden.

GPRS:

GPRS beziehungsweise „General Packet Radio Service“ bezeichnet einen Dienst zur Datenübertragung mittels Datenpaketen. Dabei ist GPRS eine schnellere Erweiterung des GSM Standards. Die zu versendenden Daten, in unserem Fall die Aufnahmen der Wildkamera, werden dabei in einzelne Datenpakete zerteilt, welche nach der Übertragung beim Empfänger wieder zusammengefügt werden. Der Vorteil dabei ist, dass nicht die dauerhafte Verbindung zwischen Sender und Empfänger bezahlt werden muss, sondern lediglich die übertragene Datenmenge. Diese richtet sich nach der Menge der Aufnahmen und der Speichergröße.

Versand per e-Mail oder MMS?

Bei der Frage, ob Du die Aufnahmen der Wildkamera mit MMS oder e-Mail versendest, gibt es einen ganz klaren Sieger. Die Kosten für das Versenden einer MMS ist, im Gegensatz zum mobilen Datenverbrauch beim Versand eines Bildes per e-Mail, normalerweise deutlich höher. Gerade wenn die Wildkamera viele Bilder aufnimmt und diese per MMS an das Handy schickt, können dadurch schnell hohe Kosten entstehen. Die Übertragung per e-Mail ist da deutlich günstiger. Da die Bilder bei Wildkameras mit aktuellen technischen Standards vor dem Versand zuerst komprimiert werden, können sogar bei geringen Datenvolumen pro Monat trotzdem viele Aufnahmen versendet werden. Wir raten Dir somit in jedem Fall Deine Aufnahmen per e-Mail zu versenden.

Die Aufnahmen werden vor dem Versand verkleinert, bleiben jedoch in Originalauflösung auf der Wildkamera gespeichert, wenn sie über eine Speicherkarte verfügt. Selbst wenn das Mobilfunknetz gerade nicht verfügbar ist, speichern die Wildtierkameras natürlich ebenfalls die Aufnahmen auf der Speicherkarte, ohne diese zu Versenden.

 

Wildkamera mit SIM-Karte

Da bei Wildkameras mit GPRS oder GSM zwingend eine SIM-Karte notwendig ist, stellt sich die Frage, welche Kriterien man beim Kauf beachten sollte.

Das Wichtigste vorweg, auch vor den Kosten, ist die Netzabdeckung. Ist dies nicht gegeben, kann die Hauptfunktion einer solchen Kamera, die standortunabhängige Übertragung der Daten, nicht genutzt werden. Des Weiteren solltest Du Dich zuvor informieren, ob die Wildkamera schon über eine integrierte SIM-Karte verfügt, damit Du Dir möglicherweise einen Teil der Arbeit ersparen kannst.
Ist dies nicht der Fall und Du musst Dich selbst um eine SIM-Karte kümmern, empfehlen wir Dir definitiv eine Prepaid Karte. Sollten einmal zu viele Aufnahmen gesendet werden, kann es nicht vorkommen unverhoffte Kosten hinnehmen zu müssen. Außerdem sind Prepaid Tarife meist günstiger, als ein Tarif mit Mindestlaufzeit. Du darfst nur nicht vergessen das Guthaben deiner Wildkamera mit SIM-Karte regelmäßig aufzuladen.

Es gibt regelmäßig bei verschiedenen Anbietern Angebote für Prepaid Tarife, die komplett kostenlos sind und bei denen Du jeden Monat 100 Megabyte Datenvolumen geschenkt bekommst. Lediglich SMS und Telefonie Kosten fallen bei solchen Tarifen an, was für Deine Wildkamera natürlich keine Rolle spielt. 100 MB sollten zudem für viele Anwender bereits ausreichend sein, da die Kamera somit jeden Monat, bei einer durchschnittlichen Bildgröße von etwa 80 bis 100 KB, ungefähr 1000 bis 1200 Bilder versenden kann, ohne einen Cent bezahlen zu müssen.
Größere Datentarife mit bereits 200 MB, was bereits über 2000 versendete Bilder bedeuten kann, gibt es meistens bereits ab 5€ pro Monat.

 

Tipp: Passendes Mobilfunknetz

Bevor Du Dich für eine SIM Karte und demzufolge für einen Mobilfunkanbieter entscheidest, empfehlen wir Dir, wie zuvor erwähnt, die Mobilfunkabdeckung zu überprüfen. Gerade in ländlichen Regionen oder in Waldgebieten kann es vorkommen, dass ein bestimmtes Mobilfunknetz nicht empfangbar ist. Es ist sehr ernüchternd, wenn Du das Geld bereits investiert und die Wildkamera schon positioniert hast, um dann festzustellen, dass Dir die Aufnahmen nicht auf Dein Handy oder Deinen PC zugestellt werden können. Informiere Dich deshalb im Voraus, um den vollen Funktionsumfang Deiner Wildkamera mit GPRS bzw. GSM nutzen zu können.

 

Fazit: Wildkamera mit GPRS / GSM

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Art der Wildbeobachtungskameras vor allem für diejenigen von enormen Vorteil sind, die ihr Revier immer und überall im Blick haben wollen. Als einziger negativer Aspekt stehen die Mobilfunkkosten gegenüber, welche jedoch durch geschickte Tarifauswahl nicht 5€ pro Monat übersteigen sollten. Soll die Wildkamera jedoch nur das Grundstück vor dem eigenen Haus überwachen, stellt sich die Frage, ob eine Wildkamera mit WLAN nicht die bessere Wahl dafür ist, um sich auch die geringsten Kosten zu ersparen. (Wenn Du mehr über Wildkameras oder SD-Karten mit WLAN erfahren möchtest, haben wir für Dich einen eigenständigen Beitrag zu dieser Thematik verfasst, welchen Du HIER findest.) Für alle Anderen, wie Hobbygärtner, welche einen vom eigenen Grundstück entfernten Garten besitzen oder Jäger, die ihr Waldstück im Blick haben müssen, ist eine Wildkamera mit GPRS oder GSM eine super Wahl.

Auf was solltest Du achten?

Zu guter letzt möchten wir Dir zusammenfassend darstellen, auf was du beim Kauf einer Wildkamera mit GPRS oder GSM achten solltest, damit Du Dich gezielt für ein Produkt entscheiden kannst.

  • Wenn du bei einer Wildkamera die Wahl hast zwischen GPRS und GSM hast, dann solltest du Dich stets für das Modell mit GPRS entscheiden, da dies auf GSM aufbaut und somit den aktuelleren technischen Standard darstellt.
  • Überprüfe vor dem Kauf Deiner Wildkamera, egal ob mit oder ohne eingebauter SIM-Karte, die Netzabdeckung. In manchen Regionen können nur bestimmte Mobilfunknetze empfangen werden. Informiere Dich deshalb vorher, welches Du empfangen kannst, da die Wildkamera natürlich zwingend mit einem Mobilfunknetz verbunden sein muss.
  • Bei der Wahl des Tarifs empfehlen wir Dir einen Prepaid Tarif. Dadurch werden ungeahnte Kosten (z.B. Roaminggebühren, wenn Du Dich außerhalb der EU befinden solltest) vorgebeugt und diese sind meist etwas günstiger.
  • Bei der Übertragung Deiner Aufnahmen stets den e-Mail Versand wählen, statt MMS. (genauere Informationen unter dem Abschnitt „Versandart MMS oder e-Mail?“)
  • Dadurch solltest Du bei der Wahl des Tarifs immer auf das Datenvolumen achten. Wir empfehlen 100MB bis 200MB Datenvolumen pro Monat zu wählen. (Mehr dazu unter „Wildkamera mit SIM Karte“)
  • Die Wildkamera sollte über eine SD-Karte verfügen, damit nicht versendete Aufnahmen darauf trotzdem gespeichert werden und Du Dir diese auch noch im Nachhinein ansehen kannst. (Im Allgemeinen bleiben alle Aufnahmen, auch die gesendeten, auf der SD-Karte gespeichert.)

Wildkamera mit Wlan

Wenn Du noch nicht ganz überzeugt von einer Wildkamera mit Sim-Karte bist und dem ganzen etwas unvertraut entgegensiehst, dann ist das wohlmöglich die Lösung. Du kannst Deine Aufnahmen, sowohl Fotos als auch Videos, kinderleicht auf Dein Endgerät übertragen, egal auf welches. Ob Smartphone, Tablet oder auch Laptop bzw. PC, es bleibt sich egal. Du hast völlige Einsatzfreiheit und kannst die Aufnahmen ganz nach Deinem Geschmack verarbeiten.
„Hört sich gut an, aber wie ist das möglich?“, so oder so ähnlich könnte Deine Frage lauten, welche auch berechtig ist. Wir wollen Dir Klarheit verschaffen!
Eine SD-Karte mit Wlan-Modul macht`s möglich. Sicherlich bist Du mit den normalen SD-Karten vertraut, die Du schon oft für andere Kameras verwandt hast. Im Grunde genommen unterscheiden sich die SD-Karten nur in einem Punkt von denen, die Deine Wildkamera mit Funk ausstatten. In dem Gehäuse der SD-Karte wurde ein Wlan-Modul verbaut, was Deine SD-Karte (und somit auch deine Wildkamera) wlanfähig macht. Äußerlich sind keine Unterschiede zu erkennen, nur in den Funktionen unterscheiden sich die Karten letzen Endes.

Wie kannst Du die Wildkamera mit Funk am besten nutzen?

Wie schon erwähnt, erschließt sich mit einer funkfähigen Wildkamera die Funktion, Bilder und Videos, direkt ans Endgerät zu übertragen. Das kann sowohl mit einem PC als auch an einem Smartphone oder Tablet geschehen. Einzige Voraussetzung natürlich ist, dass Dein Endgerät selbst mit einem Wlan-Modul ausgestattet ist. Das dürfte aber im heutigen Zeitalter der Technik nicht das Problem darstellen. Via Anwendungen der Kartenhersteller für PC als auch Smartphone, egal ob Android oder IOS, lassen sich dann die gewünschten Aufnahmen übertragen. Was Du dabei jedoch unbedingt beachten solltest, ist, in der richtigen Entfernung zu sein. Heißt, der Abstand zwischen Empfänger und Sender sollte dabei ca. 35m nicht überschreiten. Andernfalls wird es schwer, die Aufnahmen zu übertragen. Auch wenn es ungewöhnlich lang dauert, kann das Problem daran liegen, dass Du zu weit von Deiner Wildkamera mit Funk entfernt bist. Die Übertragungsrate nimmt mit zunehmender Entfernung ab. Vergleichbar mit Deinem Wlan, welches du von Zuhause kennst. Wenn Du weit genug entfernt bist, möchte die Seite in deinem Browser partout nicht laden. Also gehe sicher, dass Du einen gering genügenden Abstand zu Deiner Wildkamera einhälst.

Wie sieht es jedoch mit der Sicherheit aus?

Eine berechtigte Frage, die gerade zur heutigen Zeit des Datenschutzes eine immer wichtigere Rolle spielt. Natürlich hat nicht jeder mit einem Smartphone Zugriff auf Deine Aufnahmen, das wäre ja auch zu einfach. Du kannst Dir das Ganze ähnlich wie bei dir daheim vorstellen, wo Du Dich mit dem Router erst verbinden kannst, wenn Du ein Passwort eingegeben hast. Ähnliche Verschlüsselungen liegen auch bei dem Wildkamera Wlan vor. Es besteht also die Möglichkeit, Deine Aufnahmen abzusichern und somit eine vertrauenswürdige und zugriffssichere Wildkamera in jeglichen Einsatzgebieten zu montieren.

Fazit

Du weißt nun, dass es neben der Übertragung mit Sim-Karten (gprs) auch die Möglichkeit besteht, die Aufnahmen mit funkfähigen SD-Karten zu transferieren.

Noch einmal zusammengefasst:
Funkfähige SD-Karten speichern wie herkömmliche Speicherkarten die Daten, Du hast jedoch die Möglichkeit, diese über ein lokales Funknetzt (Wlan) zu empfangen. Somit ersparst Du Dir die Mühe, die SD-Karte immer umzustecken, um an die Daten zu kommen. Zu beachten ist aber, dass Du nicht ortsungebunden auf deine Aufnahmen zugreifen kannst, denn dies ist nur in einem Radius von ca. 35m möglich. Die Daten lassen sich selbstverständlich gegen fremden Zugriff schützen.

Du musst schlussendlich selbst entscheiden, welche Art der Datenübertragung per Funk Du bevorzugst und welche auf Deine Gegebenheiten abgestimmt ist. Möglicherweise ist es jedoch von Vorteil, sich vor einem Kauf darüber Gedanken zu machen, um auch ein passendes Wildkamera Modell finden zu können.